Rübengeister

Rübengeister sind im oberen Neckarraum ein Kinderbrauch, aus frisch geernteten Futterrüben allerlei Spukgebilde zu schnitzen und diese im Inneren durch eine Kerze erleuchteten Schreckgesichter abends an die Fenster zu stellen oder durch die Strassen zu tragen. In diesen Kobolden und feurig drohenden Erdgeistern ist ein Stück uralten Volksglaubens lebendig, wie er sich auch in den Schemen und Larven äußert.

Die Rübengeister reihen sich ein in die verschiedenen regionalen Licht-, Wärme- und Erntedank Traditionen. Die genauen Ursprünge des Brauches sind nicht eindeutig geklärt.

Die Arbeit des Rübenschnitzens beginnt schon bei der Auswahl des Rübenkopfes. Beulen, Warzen, Höcker und Verwurzelungen werden in die Formgebung mit einbezogen. Von der Wahl der Wandungsdicke hängt es ab, ob das Licht nur durch die Öffnungen wie Mund, Nase und Augen fällt oder ob das ganze Gesicht dämonisch zu leuchten beginnt.

Mit Halloween hat das Rübengeisterschnitzen entgegen anderweitigen Meinungen aber wenig gemeinsam.

Der Rübengeisterumzug wird in Göllsdorf seit 1956 veranstaltet, und ist in dieser Form einmalig im Land.

 

Eine schwierige Geburt

 

1956 kam erstmals der Wunsch auf, die Saukirbe auf den Samstag auszudehnen.

Die Verantwortlichen und der Gemeinderat suchten nach einer zugkräftigen Attraktion und dachten dabei an einen Lampionumzug der Kinder.

Die Idee mit Rübengeister auf einem Stecken kam Egon Rieble. Es bedurfte allerdings wochenlanger Überzeugungsarbeit um den Gemeinderat dafür zu gewinnen, dass ein Rübengeisterumzug besser zur Kirbe passt als ein Laternenumzug wie an St. Martin, und dass es tatsächlich machbar ist, eine ausgehölte Rübe auf einem Stecken zu befestigen.

In jenen Wochen harten Ringens enstand gleichsam als geistiger Befreiungsschlag das Riabagoaschterliad. Der letzte Vers ist eine Anspielung auf den damaligen Gemeinderat.



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